Wie die Idee zu PakPruvo entstand
Aus dem Wunsch eines Kartonagenherstellers nach QR-Codes wurde eine Plattform für die PPWR – die Gründungsgeschichte.

Wie alles begann
Ein Kartonagenhersteller, mit dem wir seit Jahrzehnten in Geschäftsbeziehung stehen, kam auf uns zu: Er werde bald gesetzlich verpflichtet sein, seine Kartons mit einem QR-Code zu kennzeichnen, und wünsche sich eine Plattform, auf der er solche Codes erzeugen kann.
Sein Bild war klar umrissen: Die Daten sollten aus seinem eigenen System stammen und zur Plattform übertragen werden. Die Software sollte daraus auf einer Website öffentliche Produktinformationen darstellen und QR-Codes erstellen, die zu diesen Informationen führen, um diese anschließend direkt auf die Verpackungen zu drucken.
Im ersten Schritt seien nur reine Angaben zum Hersteller anzuzeigen, aber in weiteren Schrtten sollten immer detailliertere Informationen zu den Produkten angezeigt werden.
Dabei sollte ausdrücklich kein öffentlicher Katalog seiner Produkte entstehen und die Links zu den Produktinformationen nicht leicht erratbar sein, etwa durch eine aufsteigende Nummerierung in der URL.
Vom Sonderwunsch zur Verordnung

Wir boten ihm zunächst ein Produkt an, das genau auf seine Anforderungen zugeschnitten war. Schnell wurde uns jedoch klar, dass hinter dieser einzelnen Anfrage unseres Kunden etwas viel Größeres steckt: Die neue EU-Verpackungsverordnung PPWR.
Sie betrifft nicht einen Betrieb, sondern jedes Unternehmen, das Verpackungen in Umlauf bringt und zwingt die komplette Branche zum Handeln. Aus einem konkreten Kundenwunsch wurde so die Idee zu einer Plattform für viele.
PakPruvo: Ein Rahmen, kein fertiges Regelwerk
Als wir uns genauer mit den gesetzlichen Anforderungen beschäftigten, zeigte sich schnell: Die Gesetzeslage gibt zunächst nur einen Rahmenplan vor. Vieles ist noch offen, vieles wird sich erst im Laufe der Jahre konkretisieren.
Daraus folgte eine grundlegende Erkenntnis: Wir können kein einmalig fertiges Produkt bauen. PakPruvo muss dynamisch mit der Gesetzeslage mitwachsen und Änderungen umsetzen, sobald sie feststehen.
Drei Herstellertypen, ein System
Bei der Auseinandersetzung mit der Praxis wurde deutlich, dass wir nicht von „dem einen“ Hersteller ausgehen dürfen. Wir haben schnell mindestens drei Typen von Herstellern identifiziert, die alle ein wenig andere Anforderungen haben. Weitere können wir bei Bedarf integrieren.
Endverbraucherprodukte
Hersteller klassischer Produkte für Endkund:innen, deren Verpackung mit dem Produkt in den Handel geht.
Versender
Unternehmen, die Waren verpacken und versenden, die also reine Transportverpackungen nutzen.
Leerverpackungen
Hersteller von Verpackungen, die selbst noch kein Produkt enthalten, etwa Kartonagen für weiterverarbeitende Betriebe.
Flexibilität als Grundprinzip
Wie dynamisch das Feld ist, zeigt ein einfaches Beispiel: Die EU-Kommission hat die Entsorgungs-Piktogramme Anfang Juli 2026 noch nicht final verabschiedet, weshalb wir sie noch nicht in PakPruvo integrieren können.
Genau deshalb ist PakPruvo von Grund auf hochflexibel angelegt. Anforderungen des Gesetzgebers und des Kunden müssen integrierbar sein, und das so schnell wie möglich.
Warum PakPruvo, und warum der Name schwer zu finden war
Wir haben verschiedene Namen für die Plattform in Erwägung gezogen und dachten zuerst an Namensbestandteile wie PackInfo oder PPWR. Naheliegend, weil die Plattform genau diese Verordnung adressiert. Beides erwies sich schnell als Sackgasse, denn sie sind bereits kommerziell belegt und als reine Wortmarken kaum schützbar.
Ein gesättigter Namensraum
Je länger wir recherchierten, desto klarer wurde das Muster: Alles, was Verpackung und Konformität im Namen trägt, ist im Compliance- und Verpackungsumfeld längst vergeben.
Ein Name sollte idealerweise drei Dinge zugleich abdecken: Das Produkt andeuten, frei sein und als Marke schützbar bleiben.
Aber genau das war die Herausforderung: Je sprechender der Name, desto eher ist er beschreibend oder schon belegt.
Der Esperanto-Weg
Der Durchbruch kam mit einem ungewöhnlichen Ansatz: Esperanto. Die Sprache ist pan-europäisch neutral, klingt nach keiner Nationalsprache und Wörter daraus gelten markenrechtlich eher als unterscheidungskräftig. Die Wurzeln sind lateinisch/romanisch, EU-Kund:innen können die Bedeutung oft erahnen.
Relevante Bausteine für unser Produkt:
| Esperanto | Bedeutung |
|---|---|
| pako | Paket, Verpackung |
| atesto | Nachweis, Bescheinigung |
| pruvo | Beweis |
| provo | Prüfung, Test |
| deklaro | Erklärung, Deklaration |
Warum PakPruvo
Wir landeten bei PakPruvo: pako + pruvo = Verpackungs-Beweis. Das trifft den Kern unserer Plattform: Konformität nachweisen, Erklärungen ausstellen, Belege am Produkt bereitstellen. Gegenüber provo (Prüfung) betont pruvo den Beweis: Näher an der Konformitätserklärung und dem auditierbaren Nachweis, den Hersteller brauchen.
Im Logo trennen wir Pak und Pruvo, der Name bleibt ein Kunstwort, die Bedeutung ist für Interessierte nachvollziehbar.
Als kleines Bonbon bieten wir Esperanto als UI-Sprache an, nicht für PPWR-Dokumente, sondern als liebevolle Verbeugung vor der Namensfindung und dem Entwickler der Sprache, Ludwik Zamenhof.